Whitepaper Lightbox-Textilien
(Von Floris Jan van den Heuvel, Texo Trade Services | TTS)
Alles beginnt mit einem Bild – doch um dieses im Leuchtkasten optimal zur Geltung zu bringen, ist das richtige Textil entscheidend. Im Zentrum steht das Zusammenspiel von Bild, Licht und Material. Das passende Textil sorgt für eine gleichmäßige Lichtverteilung und bringt die volle Farbintensität zur Entfaltung. Ebenso wichtig: die Faltbarkeit des Stoffes und seine Fähigkeit, Knicke auszugleichen.
Welches Lightbox-Textil erzielt die größte visuelle Wirkung – im Einzelhandel, auf Messen oder bei Innenanwendungen? Welche Drucktechniken sind geeignet? Und wie steht es um Nachhaltigkeit und weitere relevante Aspekte? Diese Fragen begegnen uns regelmäßig – und wir teilen unsere Expertise gern.
Gewebte und gestrickte Stoffe
Der Unterschied zwischen gewebten und gestrickten Stoffen ist grundlegend – und entscheidend für die Anwendung. Gestrickte Stoffe sind elastischer, lassen sich kalt schneiden und fransen nicht aus. Sie eignen sich hervorragend für Soft-Signage-Anwendungen wie SEGs und Fahnen. Gewebte Stoffe hingegen bieten mehr Stabilität und eine dichtere Struktur, was sie ideal für beschichtete Varianten macht. Unbeschichtete Gewebe neigen nach dem Schneiden zum Ausfransen – das kann jedoch durch Laserschneiden oder Overlock-Verarbeitung verhindert werden. Auch wenn gewebte Stoffe nur begrenzt dehnbar sind, lässt sich dies durch den Einsatz elastischer Garne ausgleichen.
Geeignete Drucktechniken
Für Soft-Signage-Textilien stehen vier Druckverfahren zur Verfügung: UV, Sublimation, Latex und Solvent. Für Lightbox-Anwendungen raten wir jedoch von Solvent- und Latextinten ab – sie liefern oft nicht die nötige Farbintensität.
UV-Druck ist flexibel: Er verursacht nur geringen Materialverlust und erfordert keine thermische Fixierung. Unbeschichtete Stoffe lassen sich theoretisch direkt bedrucken, doch für optimale Ergebnisse empfehlen wir eine Beschichtung auf der Druckseite. Diese sorgt für bessere Tintenhaftung und sattere Farben.
Sublimationsdruck – direkt oder per Transfer – liefert hervorragende Ergebnisse im Leuchtkasten: intensive Farbwiedergabe und tiefe Farbsättigung. Voraussetzung ist jedoch ein dafür geeigneter Stoff und ein präziser Druckprozess. Faktoren wie Schrumpfung und Tintenmigration können das Ergebnis beeinträchtigen – Fachwissen ist hier entscheidend.
Direkte Dye-Sublimation: Die bevorzugte Technik
Für intensive Farben und Stoffe, die sich gefaltet versenden lassen, ist die direkte Dye-Sublimation erste Wahl. Dabei wird die Tinte direkt auf das Polyestergewebe aufgebracht – ganz ohne Transferpapier. Es gilt jedoch, einige Punkte zu beachten:
- Trocknung: Um kräftige Farben zu erzielen, wird die Tintenmenge erhöht, was das Trocknen erschwert. Ist die Tinte nicht vollständig trocken, kann sie beim Aufrollen auf die Rückseite abfärben – im Leuchtkasten deutlich sichtbar.
- Schrumpfung: Polyester schrumpft bei der hitzebasierten Fixierung. Die Druckdatei muss daher angepasst werden, um die endgültigen Maße zu sichern.
- Tintenmigration: Sie tritt häufiger bei beschichteten Stoffen auf, da die Beschichtung die Migration begünstigt. Auch PVC-Keder können diesen Effekt verstärken – besonders bei engem Kontakt während Transport oder Lagerung. Faktoren wie Tintentyp, Fixierung, Kedermaterial und Lagerbedingungen beeinflussen die Migration. Um sie auszuschließen, empfehlen wir Tests mit den tatsächlichen Finishing-Materialien.
Lagerung und Akklimatisierung
Textilien sollten nicht direkt aus dem Lager in den Druck gehen. Eine Rolle muss mindestens 24 Stunden bei Raumtemperatur akklimatisieren – sonst drohen Kondenswasserbildung oder Druckprobleme.
Lightbox-Kederstoffe mit UV-Druck: einfach und wirkungsvoll
Trocknung, Schrumpfung und Migration sind beim UV-Druck kein Thema – was den Prozess deutlich vereinfacht. Eine gute Tintenhaftung wird durch eine Beschichtung auf der Druckseite sichergestellt, die zugleich das Ausfransen verhindert. UV-Tinten bieten eine beeindruckende Farbtiefe und verursachen geringen Materialverlust. Zudem benötigen UV-Drucker weniger Meter Anlaufmaterial. Ein Nachteil: UV-Tinte macht das Textil steifer und anfälliger für Brüche beim Falten – daher: locker und vorsichtig falten.
Mehr über Beschichtungen (und die Druckseite)
Unsere Beschichtungen sind wasserbasiert – auf PU- oder PA-Basis. Je nach Anwendung kommen ein- oder mehrlagige Beschichtungen zum Einsatz.
- Für UV-, Latex- oder Solventdruck liegt die Beschichtung auf der Druckseite. Sie gewährleistet Farbbrillanz und Lichtdiffusion – ein 2-in-1-Effekt.
- Bei Sublimationsstoffen befindet sich die Beschichtung hingegen auf der Rückseite – ausschließlich zur Lichtverteilung. Gedruckt wird auf die unbeschichtete Seite. Der Nachteil jeder Beschichtung: Sie macht das Gewebe steifer und reduziert die Rückbildung nach dem Falten. Für UV-Druck ist die Druckbeschichtung unerlässlich. Für Sublimation dagegen ist eine unbeschichtete Oberfläche entscheidend – Polyester nimmt die Tinte nur so optimal auf. Lichtdiffusion kann hier alternativ durch rückseitige Beschichtung oder dichte Web- bzw. Strickstruktur erreicht werden. Vorteil unbeschichteter Sublimationsstoffe: deutlich geringeres Risiko der Tintenmigration.
Die richtige Kombination: Drucktechnik + Textil
Wir bieten für jede Druckmethode passende Materialien:
- UV-Druck: Pearl Lightbox und Mercury NQ (gewebt, beschichtet), Lightbox Soft Knitted (gestrickt, beschichtet) – alle bis 5 Meter Breite.
- Direkte Sublimation: Polaris Stretch (gewebt, elastisch, unbeschichtet), Saturn Supreme (gestrickt, unbeschichtet).
- Sublimationstransfer: Altimis (gewebt, beschichtet).
Viele unserer Stoffe sind auch aus recyceltem Garn erhältlich.
Und dann... falten und los!
Nach dem Druck entfaltet das Textil seine Wirkung im Leuchtkasten. Der Transportvorteil ist enorm: Statt auf Rollen können die Stoffe gefaltet im Karton versendet werden – das spart Platz, Kosten und CO₂. Falten sollten jedoch beachtet werden – sie sind in hinterleuchteten Anwendungen deutlich sichtbarer als bei Frontlit-Bannern. Die richtige Kombination aus Stoff, Drucktechnik und Tinte verhindert solche Probleme.
Beim UV-Druck gilt es, Risse in der Tinte durch Falten zu vermeiden. Beim Sublimationsdruck ist auf Tintenmigration zu achten.
Fazit
Ein wirkungsvoller Leuchtkasten entsteht nicht zufällig – er ist das Ergebnis fundierter Entscheidungen. Unser technisches Know-how und unsere breite Auswahl hochwertiger Textilien ermöglichen Lösungen für jede Anforderung: intensive Farben, perfekte Lichtdiffusion oder nachhaltige Materialien. Für das perfekte Bild begleiten wir Sie gern bei der Auswahl der idealen Kombination aus Stoff und Drucktechnik.
Mehr erfahren? Besuchen Sie http://www.texo-trade.com oder kontaktieren Sie unsere Fachleute.